duoblog von barbara und ulrich

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Wozu haben wir Zähne? #Smoothies

Immer wieder HalloPosted by Uli Wed, August 06, 2014 02:36:46
Im Twitter-Stil tippe ich ein Thema an, das Biss hat. Bissig deshalb, weil darin eine Portion Kulturkritik steckt. Kürzlich habe ich im Morgenmagazin der ARD zugeschaut, wie sogenannte Smoothies zubereitet und live aus Wassergläsern geschlürft wurde. "Das sind pürierte Früchte", sagte die fesche Ernährungsfachfrau, die als Dauergast der Sendung in jeder halben Stunde eine neue Mischung kreierte. Mal war der Mix grün, mal rot, mal gelb; mal tat sie Kräuter hinein, mal einen Schuss starkes Aroma.

Das Moderatoren-Duo frühstückte verschiedene Fruchtmischungen, man kicherte im Studio und sagte öfter 'Mmmmh, lecker'. Früchte als erste Mahlzeit nach dem Schlaf stehen auch bei mir hoch im Kurs. Die natürliche Süße, zusammen mit heißem Kaffee oder kräftigem Tee bringen den Kreislauf und den Stoffwechsel in Schwung. Allerdings beiße ich mit den Zähnen in einen Apfel oder eine Birne oder nage Achtel von Grapefruit aus der Schale.

Auch Obstsalat mit zwei,drei vier Sorten stehen bei mir regelmäßig auf dem Speiseplan. Etwas Zitrone drüber, mit dem Löffel durchmischen - und fertig. Das wird roh und langsam verzehrt, ich kaue und koste den Geschmack im Mund. Das haben Menschen schon immer getan, weil es die natürliche Ernährungsweise ist und wir durch die Jahrtausende der Evolution daran gewöhnt sind.

Durch die Smoothies aber werden wir wieder entwöhnt, fallen zurück in das Stadium von Babybrei essen. Die Elektro-Industrie (Siemens, Philipps usw.) verkauft Mixer und Pimer; die wollen benutzt werden. Irgendeinen Vorteil hat das nicht, im Gegenteil - allein schon der Gedanke ans Reinigen der Geräte sollte abschrecken. Aber bitte schön - jeder nach seiner Fasson.

Ungefähr zur selben Zeit gab es abends im Fernsehen eine Grill-Show. Vor Publikum in einer Arena, mit Starköchen, Promis und allem Pi-Pa-Po. Die Holzkohle in den Öfen glühte und glühte, aber die meiste Zeit über waren die Kameras auf Tische gerichtet, an denen das Drumherum zelebriert wurde: Marinaden, Törtchen aus Zuccini, Käseschmelz über Gemüse usw.

Grillen war schon immer eine rustikale Sache. Seit Urzeiten wurden über dem Feuer Fleischsstücke gegart und Gemüse oder Suppen gekocht. An gegrillten Rippchen vom Schwein, vom Rind, vom Hasen zu nagen, verbreitet Fest- und Partystimmung. Selbstgebrautes Bier gehörte auch dazu, aber Sekt und Prosecco? Kühles reines Quellwasser zur Grillrippe - Hmmmh, köstlich.

Zugegeben: Ich werde immer mehr zum Puristen. Doch wenn liebe Gäste kommen - spendiere ich auch schon mal Smoothies als Aperitiv.